Acrylmalwasser umweltgerecht entsorgen im Atelier

Eine einfache Atelier-Routine gegen Mikroplastik

Dirty paint brushes sitting in a bucket of water

In meinem Atelier steht immer ein Glas mit schmutzigem Farbwasser – dort stelle ich meine Pinsel hinein und gieße das Abwasser am Ende des Tages weg. Früher habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Dieses trübe Wasser landete einfach im Abfluss.

Doch als ich begann, mich näher damit zu beschäftigen, was sich tatsächlich in diesem Wasser befindet, ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los. Acrylfarbe basiert auf Kunststoff, und die winzigen Farbpartikel im Abwasser sind Mikroplastik. Gelangen sie in den Abfluss, verschwinden sie nicht einfach – sie landen in unseren Gewässern, Ökosystemen und schließlich im Meer.

Green recycling logo surrounding a green planet

Diese Erkenntnis hat etwas in mir verändert. Mir ist wichtig, Verantwortung für meine Arbeit und die verwendeten Materialien zu übernehmen – und auch darauf zu achten, welche Auswirkungen sie hat. Genau das hat mich dazu gebracht, mein Acrylfarben-Abwasser zu recyceln. 


Was du brauchst:

Claudia Wiebe preparing to filter dirty paint waste water
Claudia Wiebe displaying the filter and bucket she uses to collect the water.

Bei dieser Methode werden zwei preiswerte Chemikalien verwendet, die du in den meisten Gartencentern oder Baumärkten findest. Ich habe meine in kleineren Mengen über Amazon bestellt, und sie halten sehr lange.

Wenn diese beiden Substanzen miteinander kombiniert werden, verklumpen die Farbpartikel und setzen sich im Wasser ab. Diese chemische Reaktion erleichtert dann die Filterung des Wassers, sodass du es wiederverwenden oder verantwortungsbewusst entsorgen kannst.

🧪 Verwndete MaterialIen:

  • Aluminiumsulfat

  • Calciumcarbonat

  • Große Gläser, Eimer oder Behälter mit Deckel

  • Ein Rührstab oder Löffel (ich verwende einen Bambus-Gartenstab)

  • Ein großer Trichter

  • A large funnel

  • Stabile Kaffeefilter oder eine Schale, Zeitung oder gebrauchtes Palettenpapier zum Trocknen der Farbreste

  • Ein Tablett oder eine Schale, Zeitung oder gebrauchtes Palettenpapier zum Trocknen der Farbreste


So recycele ich mein Farbwasser

Schritt für Schritt erklärt:

1. Sammle dein Pinselwasser

Dirty acrylic paint water being poured into a large bucket of dirty water.

Nach jeder Malsession gieße ich mein schmutziges Pinselwasser in einen dafür vorgesehenen Behälter. Ich benutze einen 10-Liter-Farbeimer aus dem Baumarkt und empfehle, einen Deckel darauf zu legen – sonst kann es nach einer Weile etwas unangenehm riechen.

Sobald mein Eimer etwa zu zwei Dritteln gefüllt ist (ungefähr 6–7 Liter), beginne ich mit dem Recyclingprozess.

2. Chemikalien abmessen und hinzufügen

Pro Liter verschmutztem Farbwasser füge ich ungefähr hinzu:

Stirring the dirty paint water after the aluminium sulfate and hydrated lime have been added to it.
  • 1-2 Teelöffel  (5-10g) of Aluminiumsulfat

  • 1-2 Teelöffel  (5-10g) of Calciumcarbonat

Rühre vorsichtig 30–60 Sekunden lang, bis sich die Pulver vollständig aufgelöst haben. Du wirst sehen, dass das Wasser zu blubbern beginnt und sich Schaum auf der Oberfläche bildet – ein gutes Zeichen! Die Farbpartikel beginnen, sich zu verbinden, und setzen sich bald ab.

💡 Was passiert hier?

Aluminiumsulfat wirkt als Flockungsmittel: Es bindet sich an die Farbpartikel und lässt sie verklumpen. Calciumcarbonat neutralisiert die Lösung und unterstützt den Flockungsprozess.

3. Ruhen lassen

Jetzt heißt es: weggehen. Wirklich – nicht anfassen.

Lass den Eimer einfach über Nacht stehen.

4. Filtern

Waste paint water being filtered through a coffee filter

Am nächsten Morgen wirst du oben eine Schicht klares Wasser sehen. Unten hat sich eine Schicht Schlamm abgesetzt. Es ist auf eine seltsame Weise befriedigend, den Fortschritt zu beobachten und diese Verwandlung zu sehen.

Jetzt ist es Zeit, das Wasser zu filtern. Dafür benutze ich einen zweiten Eimer mit Deckel, in den ich ein Loch geschnitten habe, damit ein großer Trichter hineinpasst. Diesen lege ich mit zwei großen Kaffeefiltern aus, um den restlichen Schlamm aufzufangen.

Gieße langsam die oberste Wasserschicht durch die Filter. Nimm dir Zeit – diese Filter lassen das Wasser nur langsam hindurch, daher mache ich es in mehreren Etappen. Wiederhole den Vorgang, bis der ursprüngliche Eimer vollständig geleert ist.

Jetzt hast du einen zweiten Eimer mit sauberem, gefiltertem Wasser – sauber genug, um es wiederzuverwenden für:

  • Meine Pinsel für die nächsten Malsessions;

  • Den Garten gießen; oder,

  • Sicher in den Abfluss schütten.

5. Den Schlamm trocknen

Chunky acrylic paint residue, filtered out of the dirty water.

In deinem ersten Eimer bleibt eine dicke Schlammschicht zurück. Schütte oder schabe sie auf ein Tablett, eine Schale oder alte Zeitungen. Ich nehme dafür ein altes Palettenpapier von einer vorherigen Malsitzung. Lass den Schlamm und das Papier vollständig an der Luft trocknen.

Mache das Gleiche mit den benutzten Kaffeefiltern: Breite sie flach zum Trocknen aus.

Sobald alles getrocknet ist, kann der Schlamm bedenkenlos im normalen Hausmüll entsorgt werden.

6. Den Vorgang wiederholen

Ich habe immer zwei bis drei Eimer im Wechsel im Einsatz. So kann ich weiter malen, während das andere Pinselwasser gerade absetzt oder gefiltert wird. Auf diese Weise läuft das Ganze wie von selbst – und fühlt sich nicht wie eine lästige Pflicht an.


⚠️ Ein kurzer Hinweis zur Sicherheit

Auch wenn diese Materialien häufig im Gartenbau und bei der Wasseraufbereitung verwendet werden, sollte man trotzdem vorsichtig damit umgehen:

  • Arbeite im Freien oder in einem gut belüfteten Raum und vermeide das Einatmen von Staub (besonders beim Mischen der trockenen Pulver).

  • Trage Handschuhe beim Abmessen und Rühren.

  • Bewahre alle Chemikalien und Werkzeuge gut beschriftet und außerhalb der Reichweite von Haustieren oder Kindern auf.

Dieser Vorgang ist mit geringem Risiko verbunden, aber es lohnt sich immer, alles sorgfältig vorzubereiten – besonders beim Umgang mit feinen Pulvern und Wasser, das schon eine Weile steht.


zum Schluss

Dieses System hat meine Einstellung zum Umgang mit Pinselwasser wirklich verändert. Es ist praktisch und hält meinen kreativen Prozess im Einklang mit meinen Werten.


Warum mir das wichtig ist (und dir vielleicht auch)

Das Recycling meines schmutzigen Pinselwassers begann als Experiment und ist inzwischen ein fester Bestandteil meiner Atelierroutine geworden. Es ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt – mit Sorgfalt, Bewusstsein und Respekt für die Wirkung meines Handelns.

Wenn du meine Arbeit sammelst, gehört das ebenfalls zur Geschichte. Nicht nur das, was auf der Leinwand landet – sondern auch, wie es dorthin gelangt.

 
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